I have a plan. Therein lies my defeat.
Or as the famous quote goes: “Life is what happens while we are busy making plans.” And I don’t want to miss life. But there is something seductive about a good plan. The predictability. The illusion of control. The reassurance of knowing, more or less, where you are headed. The problem is that a plan is like railways on an open sea — fixed tracks through infinite possibility. The more tightly I follow them, the less I see of everything stretching out on either side.
In business we talk a lot about consciously shaping our path. Planning ahead. Knowing where to go. Projects, schedules, detailed plans. There is a tension between what is and what shall be — and in between, the plan. My coordinates always in relation to the glowing coordinates of an envisioned future success. A guiding star that lights the way, that gives direction and hope.
And I am rarely satisfied with planning just my own life. I have quiet blueprints for the people I love — how they should grow, what they should choose, where they should go. Most people do. We assume we know best. We almost always do — in our own minds. But in reality we are drops of water trying to direct the wave. A broken plan reminds us of this. It is, in the most humbling and necessary way, a lesson in letting go — and knowing our place.
Monday, 10pm. Dark, rainy, the A1 to Cologne. Seat heating on, a carefully chosen podcast, the smell of coffee. A week of productivity and family closeness stretched ahead — planned, structured, mine.
10.10pm. Warning lights. Stop immediately. Any further driving will destroy the engine.
There goes the plan.
My first reaction: oh shit. I was annoyed.
But as I waited — two hours in the dark — for the breakdown service, something shifted. Relief. And curiosity. Kicked out of my known tracks, I could breathe fresh air. Suddenly I had no idea how the week would go. Everything was possible. As if someone had hit shuffle on the playlist of my week and a new song came on. A sense of freedom. Maybe this cosmic interference was a gift, after all.
A broken car is a minor glitch. But there are bigger ones — an unexpected pregnancy, the death of a loved one, illness, divorce, job loss. I saw this minor derailment as a reminder to stay prepared for those too.
Because every moment, big or small, comes with the same question: do I resist or do I let go? Do I cling to the plan and wallow in my disappointment — or do I let myself be redirected, curious about the new road that lies ahead?
A river doesn’t argue with the landscape. It simply finds the lowest point and flows.
I don’t want to argue with my life. Because what is, is. And fighting it is like running against a wall again and again, yelling at it to go away. Whatever life throws my way, I want to stay open — to accept what is and welcome the lesson that comes with it.
Does that mean I will never make plans again? Not at all. I love a good plan. It directs my next step — and for lack of a better navigation system, I appreciate its light. The brief, warm illusion of knowing where I am going. A sketch of a future that life will colour in its own way.
A plan is a placeholder for wisdom I don’t yet have. It moves me forward — until something truer arrives. And when it does, I want to be someone who notices. Who loosens the grip. Who can say: this was my direction. And this, now, is the new one.
I still have a plan. Several, in fact. But I no longer mistake them for the truth. They are my best guess — a sketch, a direction, a first word in a conversation with life. And when life interrupts, I try to turn toward it with curiosity rather than resistance. The river does not grieve the road it cannot take. It simply flows — and in doing so, finds its way to the sea. The plan is not the destination. It is simply an invitation to stay open — to what comes, to what changes, to align with the infinite wisdom of life itself.
Three questions:
- Where are you the drop of water trying to direct the wave?
- What would it mean to hold your next plan with open hands?
- When did a broken plan last lead you somewhere better than the original destination?
Nr. 16 – Verschoben
Ich habe einen Plan. Darin liegt meine Niederlage.

Oder wie das berühmte Zitat lautet: „Das Leben ist das, was passiert, während wir eifrig dabei sind, andere Pläne zu machen.” Und ich möchte das Leben nicht verpassen. Aber ein guter Plan ist durchaus verführerisch. Die Vorhersehbarkeit. Die Illusion der Kontrolle. Die Gewissheit, mehr oder weniger zu wissen, wohin die Reise geht. Doch der Plan gleicht Eisenbahnschienen auf offenem Meer — feste Gleise durch unendliche Möglichkeiten. Je starrer ich ihnen folge, desto weniger sehe ich von allem, was sich zu beiden Seiten erstreckt.
Im Business sprechen wir viel davon, unseren Weg bewusst zu gestalten. Vorausplanen. Wissen, wohin wir wollen. Projekte, Zeitpläne, detaillierte Pläne. Es gibt eine Spannung zwischen dem, was ist, und dem, was sein soll — und dazwischen: der Plan. Meine Koordinaten immer in Relation zu den leuchtenden Koordinaten eines erträumten zukünftigen Erfolgs. Ein Leitstern, der den Weg erhellt, der Richtung und Hoffnung gibt.
Und wie viele bin ich selten damit zufrieden, nur mein eigenes Leben zu planen. Ich habe stille Entwürfe für die Menschen, die ich liebe — wie sie wachsen sollen, was sie wählen sollen, wohin sie gehen sollen. Die meisten Menschen tun das. Wir gehen davon aus, dass wir es am besten wissen. Aber in Wirklichkeit sind wir wie Wassertropfen, die versuchen, die Welle zu lenken. Ein gescheiterter Plan erinnert uns daran. Es ist, auf die demütigendste und notwendigste Weise, eine Lektion im Loslassen — und darin, unseren Platz zu kennen.
Montag, 22 Uhr. Dunkel, regnerisch, die A1 Richtung Köln. Sitzheizung an, ein sorgfältig ausgewählter Podcast, der Geruch von Kaffee. Eine Woche voller Produktivität und familiärer Nähe lag vor mir — geplant, strukturiert, meins.
22:10 Uhr. Warnleuchten. Sofort anhalten. Jede weitere Fahrt würde den Motor zerstören.
Da war er — der Plan. Geschichte.
Meine erste Reaktion: Oh Mist. Ich war genervt.
Aber während ich wartete — zwei Stunden im Dunkeln, wohlgemerkt — auf den Abschleppdienst, veränderte sich etwas. Erleichterung. Und Neugier. Aus meinen gewohnten Gleisen geworfen, konnte ich frische Luft atmen. Plötzlich hatte ich keine Ahnung, wie die Woche verlaufen würde. Alles war möglich. Als hätte jemand die Playlist meiner Woche auf Shuffle gestellt und ein neues Lied begonnen. Ein Gefühl von Freiheit. Vielleicht war diese kosmische Störung doch ein Geschenk.
Ein kaputter Wagen ist eine kleine Panne. Aber es gibt größere — eine unerwartete Schwangerschaft, der Tod eines geliebten Menschen, Krankheit, Scheidung, Jobverlust. Ich sah diesen kleinen Umweg als Erinnerung, auch auf die größeren vorbereitet zu sein.
Denn jeder Moment, groß oder klein, stellt dieselbe Frage: Gehe ich in den Widerstand — oder lasse ich los? Klammere ich mich an den Plan und versinke in meiner Enttäuschung — oder lasse ich mich umleiten, neugierig auf den neuen Weg, der sich auftut?
Ein Fluss streitet nicht mit der Landschaft. Er findet einfach den tiefsten Punkt — und fließt.
Ich möchte nicht mit meinem Leben streiten. Denn was ist, ist. Und dagegen anzukämpfen ist wie immer wieder gegen eine Wand zu laufen und sie anzuschreien, sie möge verschwinden. Was auch immer das Leben mir zuwirft — ich möchte offen bleiben. Annehmen, was ist, und die Lektion willkommen heißen, die damit kommt.
Bedeutet das, dass ich nie wieder Pläne machen werde? Keineswegs. Ich liebe einen guten Plan. Er weist mir den nächsten Schritt — und mangels eines besseren Navigationssystems schätze ich sein Licht. Die kurze, warme Illusion zu wissen, wohin ich gehe. Der Entwurf einer Zukunft, die das Leben auf seine eigene Weise ausmalen wird.
Ein Plan ist ein Platzhalter für Weisheit, die ich noch nicht habe. Er bewegt mich vorwärts — bis etwas Wahreres kommt. Und wenn es kommt, möchte ich jemand sein, der es bemerkt. Der den Griff lockert. Der sagen kann: Das war meine Richtung. Und das, jetzt, ist die neue.
Ich habe noch immer einen Plan. Mehrere sogar. Aber ich verwechsle sie nicht mehr mit der Wahrheit. Sie sind meine beste Vermutung — ein Entwurf, eine Richtung, ein erstes Wort in einem Gespräch mit dem Leben. Und wenn das Leben unterbricht, versuche ich, mich ihm mit Neugier statt mit Widerstand zuzuwenden. Der Fluss trauert nicht dem Weg nach, den er nicht nehmen kann. Er fließt einfach — und findet dabei seinen Weg zum Meer. Der Plan ist nicht das Ziel. Er ist eine Einladung, offen zu bleiben — für das, was kommt, für das, was sich verändert. Eine Einladung, in Einklang mit der unendlichen Weisheit des Lebens selbst zu leben.
Drei Fragen:
- Wo bist du der Wassertropfen, der versucht, die Welle zu lenken?
- Was würde es bedeuten, deinen nächsten Plan mit offenen Händen zu halten?
- Wann hat dich ein gescheiterter Plan zuletzt an einen Ort geführt, der besser war als das ursprüngliche Ziel?

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