A thought lands — and my body tightens before I can intervene. Something is already in motion, unfiltered, unrestrained, rushing ahead.

Inside me: a flurry of raw energy.
There is an on-switch. A palpable moment when my nervous system wakes up and charges forward like a wild child — screaming, yelling, jumping. Pure reaction. No warning. No plan.
A common trigger is a shame-laden thought.
A sheer blouse in an important situation — I know, who does that — but it has happened to me. And suddenly the thought appears: I am dressed inappropriately.
Shame strikes like lightning. It enters my body with force, spreads hot through my veins. Suddenly I’m flushed, sweaty, shaking. Then come the thoughts about the sweat. And the cycle begins again.
Another familiar scene: the start of a vacation. Everyone is ready, and then one thing is missing. People rushing around, that dreadful sense of everything that could now go wrong.
This isn’t my nervousness. It’s my grandmother’s.
The panic of leaving. The fear. The pain of goodbye. Not knowing if you will ever return. Unbearable tension. Fear of the unknown.
That energy is still here — even when we are “just” leaving for a family vacation.
Another story — not mine, yet deeply embedded in me — is family gatherings.
The family I have today is full of warmth and kindness. But the family my grandmother had to sit with at the table was different. Violent. Abusive. Manipulative. Deeply traumatized.
Unspoken secrets hung in the air — and a mother’s attempt to make unbearable tension feel safe enough for the children.
At every family gathering, I sense a trace of that old threat.
A vigilance. A quiet activation of my own self-defense system.
The most recent — and most intense — on-switch was triggered by an exciting work commitment. High responsibility. Extensive preparation. A lot of anxiety.
I was all in: planning, organizing, shaping everything to make it exceptional.
And it was.
The cost: two weeks with a completely overstimulated nervous system.
Once I’m on, I’m on.
Highly productive. Focused. Relentless.
But I can’t find the off-switch.
I’m nervous — constantly.
So what do you do?
I’ve always thought of myself as a relaxed person. And I can be — when the day starts and ends that way. I can spend an entire day in bed, reading, calm, free of worry. I can also spend a whole day moving — cleaning cupboards, running errands — active, yet relaxed.
But as soon as an appointment approaches that carries weight.
A public moment.
Something that holds the story: This has to be good. I have to deliver.
That’s when it starts.
Ironically, I’m never nervous once the event begins.
I always deliver.
But before?
That’s the hard part.
And still, I don’t want this to hold me back.
I want to keep choosing what’s new and exciting. To step further outside my comfort zone — not retreat from it.
My first instinct is always to get rid of it. Fast.
So I go to the gym, trying to burn it off through movement and effort. But it doesn’t work.
Then I try to meditate.
Almost impossible when nervousness is rampaging through the mind like a feral toddler. I can’t hold onto a single sentence of the guided meditation. Everything slips away.
So no — pushing it away doesn’t work.
And hiding isn’t an option either.
This nervousness, this old, raw energy that enters my body like a poisonous fluid, wants to be seen.
So that’s what I do.
I sit with it.
I invite the nervousness to be fully present.
I become the room that can hold it — without judgment, without urgency, without needing it to disappear.
And as I sit and keep holding the space, something shifts.
Not because I force it.
But because I allow it.
Eventually, the nervousness settles.
Not defeated.
Not erased.
Just seen.
- What does nervousness feel like in your body when it first arrives — and what thought usually invites it in?
- When nervousness shows up, do you try to move it away, outrun it, or quiet it? What happens when you simply let it be present instead?
- If you imagined yourself as the room holding this energy, what would change in how you relate to it?
Nr. 8 – Eine Geschichte großer Nervosität
Ein Gedanke landet — und mein Körper spannt sich an, noch bevor ich eingreifen kann.
Etwas setzt sich in Bewegung, ungefiltert, ungebremst, schon unterwegs.

In mir: ein Wirbel roher Energie.
Es gibt diesen Kippschalter. Einen spürbaren Moment, in dem mein Nervensystem erwacht und losstürmt wie ein wildes Kind: schreiend, rufend, springend. Reine Reaktion. Keine Vorwarnung. Kein Plan.
Ein typischer Auslöser ist ein schambesetzter Gedanke.
Eine durchsichtige Bluse in einer wichtigen Situation — ich weiß, wer macht so etwas — aber es ist mir schon passiert. Und plötzlich ist er da, der Gedanke: Ich bin unangemessen gekleidet.
Scham schlägt ein wie ein Blitz. Sie fährt mit Wucht in meinen Körper, breitet sich heiß in meinen Adern aus. Auf einmal bin ich heiß, verschwitzt, zitternd. Dann kommen die Gedanken über den Schweiß. Und der Kreislauf beginnt von vorn.
Eine andere typische Situation: Urlaubsbeginn. Alle sind bereit, dann fehlt plötzlich eine Sache. Menschen laufen hektisch umher. Dieses grauenvolle Gefühl all dessen, was jetzt schiefgehen könnte.
Das ist nicht meine Nervosität. Es ist die meiner Großmutter.
Die Panik des Weggehens. Die Angst. Der Schmerz des Abschieds. Nicht zu wissen, ob man je zurückkehren wird. Unerträgliche Anspannung. Angst vor dem Unbekannten.
Diese Energie ist noch da. Selbst wenn wir heute „nur“ in den Familienurlaub fahren.
Eine weitere Geschichte — nicht meine, und doch tief in mir verankert — sind Familienfeste.
Die Familie, die ich heute habe, ist voller Wärme und Güte. Doch die Familie, an deren Tisch meine Großmutter saß, war eine andere. Gewaltvoll. Missbräuchlich. Manipulativ. Tief traumatisiert.
Unaussprechliche Geheimnisse lagen in der Luft — und der Versuch einer Mutter, diese Spannung für die Kinder erträglich zu machen.
Bei jedem Familientreffen spüre ich einen Hauch dieser alten Bedrohung.
Eine Wachsamkeit. Ein stilles Aufmerken meines eigenen Selbstschutzsystems.
Doch der jüngste — und intensivste — Kippschalter wurde durch einen aufregenden beruflichen Termin ausgelöst. Viel Verantwortung. Viel Vorbereitung. Viel Angst.
Ich war ganz drin: planen, organisieren, alles so gestalten, dass es außergewöhnlich wird.
Und das war es.
Der Preis dafür: zwei Wochen mit einem völlig überreizten Nervensystem.
Wenn ich einmal an bin, bin ich an.
Hochproduktiv. Fokussiert. Unerbittlich.
Aber ich finde den Aus-Schalter nicht mehr.
Ich bin nervös — durchgehend.
Also: Was tun?
Ich habe mich immer für eine entspannte Person gehalten. Und das kann ich auch sein — wenn der Tag so beginnt und so endet. Ich kann einen ganzen Tag im Bett verbringen, lesend, ruhig, frei von Sorgen. Ich kann auch einen ganzen Tag in Bewegung sein — Schränke ausräumen, Besorgungen machen — aktiv und trotzdem gelassen.
Doch sobald ein Termin näher rückt, der Gewicht hat.
Ein Auftritt.
Etwas, das die Geschichte trägt: Das muss gut werden. Ich muss abliefern.
Dann beginnt es.
Ironischerweise bin ich nie nervös, wenn es erst einmal losgeht.
Ich liefere immer.
Aber davor?
Das ist der schwierige Teil.
Und doch will ich nicht, dass mich das zurückhält.
Ich will weiter Neues wagen. Mich weiter hinauslehnen. Mehr — nicht weniger.
Mein erster Impuls ist immer: Weg damit. Und zwar schnell.
Also gehe ich ins Fitnessstudio, versuche, es durch Bewegung auszutreiben. Doch es funktioniert nicht.
Dann versuche ich zu meditieren.
Fast unmöglich, wenn die Nervosität im Kopf herumtobt wie ein wildes Kleinkind. Kein Satz der geführten Meditation bleibt. Alles gleitet mir aus den Händen.
Also nein — Wegdrücken funktioniert nicht.
Und Verstecken auch nicht.
Diese Nervosität, diese alte, rohe Energie, die wie eine giftige Flüssigkeit in meinen Körper fließt, will gesehen werden.
Also tue ich genau das.
Ich setze mich mit ihr hin.
Ich lade sie ein, ganz da zu sein.
Ich werde zum Raum, der sie halten kann — ohne Urteil, ohne Eile, ohne den Wunsch, sie verschwinden zu lassen.
Und während ich sitze und den Raum halte, geschieht etwas.
Nicht, weil ich es erzwinge.
Sondern weil ich es erlaube.
Irgendwann wird die Nervosität ruhiger.
Nicht besiegt.
Nicht ausgelöscht.
Nur gesehen.
- Wie fühlt sich Nervosität in deinem Körper an, wenn sie zum ersten Mal auftaucht — und welcher Gedanke lädt sie meist ein?
- Versuchst du, sie wegzubewegen, zu überholen oder zum Schweigen zu bringen? Was passiert, wenn du sie einfach da sein lässt?
- Wenn du dir vorstellst, selbst der Raum zu sein, der diese Energie hält — was würde sich verändern?

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